3. & 4. WM-Qualis 2010

3. & 4.WM-Qualifikation 2010

17.-18.April 2010 in Rieden/Kreuth

 

Freitag, 16.April 2010

Am Freitag ging es für Finn und mich los zur dritten und vierten Agility Weltmeisterschafts-Qualifikation 2010 in Kreuth (Rieden), wo auch in diesem Jahr die Agility Weltmeisterschaft stattfinden wird. Die Qualifikationsläufe wurden in der kleineren Halle ausgetragen und nicht in der Ostbayernhalle, wo die Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Rund um die Halle gibt es mehrere Hotels, Ferienwohnungen, Bungalows, Restaurants, sowie auch viele Parkmöglichkeiten, einen Campingplatz und tolle Wege zum spazieren gehen, was die Anlage zu einem perfekten Austragungsort macht. Die kleinere Halle bietet optimale Bedingungen mit ihrem festen Sandboden für Agility. Außerdem gibt es an einer Längsseite eine Tribüne, jedoch ohne Stühle. Dank dem Reitsport- und Touristik-Centrum in Großefehn war vor allem ich doch sehr verwöhnt ;-).

Ich fuhr nach der Arbeit mit Finn von zuhause aus los und hatte 530 km Fahrt vor mir. Da mein Fiesta für Langstrecken nicht ganz so geeignet ist ;-), habe ich wieder den Kombi meines Bruders bekommen. Wir kamen auch sehr gut durch und nach nicht ganz sechs Stunden Fahrt mit zwei längeren Pausen erreichten wir unser Hotel in Schwandorf, auch wenn wir eine etwas seltsame Begegnung auf der Autobahn hatten. Gerade aus dem Auto gestiegen, bekam ich auch gleich einen Anruf von Jéan-Olivé, dass in 10 Minuten Meldeschluss sei ;-).

Nachdem ich dann das Zimmer bezogen hatte, machte ich mich auf den Weg zur Halle, da ich mir diese ja auch noch anschauen wollte. Die Meldestelle war zwar schon zu, aber am Samstag war auch noch genug Zeit um zu melden. So traf ich an der Halle dann auf Jan-Oliver, Valerie und Florian. Zuerst sind wir eine Runde mit dem Finn spazieren gegangen, weil der arme Hase doch die ganze Zeit im Auto saß. Nur hatte ich leider das falsche Schuhwerk für dieses Vorhaben ausgewählt ;-). Danach folgte eine Besichtigung der Halle, wo ich mich trotz falschen Schuhwerks von der guten Qualität des Bodens überzeugen konnte ;-).

Mein Auto wurde dann zum Ort des Geschehens auserkoren und so kam die Idee auf dem örtlichen McDonalds einen Besuch abzustatten. Da das gute Tom Tom auch solche Orte in der Nähe findet, ging die Reise los. Nachdem ich dann auch mal ganz dezent rechts mit links verwechselt hatte, konnte ich meine Fahrkünste unter Beweis stellen und meine selbst zusammengestellten super genialen CDs vorstellen ;-). Der Besuch bei McDonalds hat sich für ein Eis übrigens auch sehr gelohnt.

Später ging es dann wieder zurück zur Halle, wo wir noch auf Robin und seinen Roller trafen, den ich dann auf dem Rückweg bei seinem Hotel ablud. Relativ früh ging es also wieder zurück zum Hotel, da der Finn hungrig war, raus musste und ich noch duschen musste. Nachdem ich das dann alles erledigt hatte ging es auch ins Bett, da wir die Mission Nicole würdig zu vertreten doch bewältigen mussten bzw. es zumindest zu versuchen ;-).

 

Samstag, 17.April 2010

Am Samstagmorgen klingelte der Wecker schon früh. Jedoch wurde ich von den liebreizenden Glockenläuten der Kirche, die sich nebenan befand, geweckt. Wie gut, dass im tiefsten Bayern alles noch so idyllisch ist ;-). Finn lag noch die ganze Zeit im Bett, während ich schon aufgestanden war und mich fertig machte. Erst als ich die Sachen zusammen packte und die Leine rausholte, stand auch der kleine Prinz auf und ließ sich dazu herab mit mir spazieren zu gehen. Die Umgebung war wirklich schön und so konnten wir morgens schon die ersten Sonnenstrahlen genießen, auch wenn ich mir bei -1°C so ziemlich alles abgefroren habe und sogar die Scheiben des Autos vom Eis befreien musste. Bevor ich mich aber den Scheiben gewidmet habe, habe ich erst noch gefrühstückt und mich dann auf den Weg zur Halle gemacht.

Als Richter waren Ursula Hornung und Alexander Drahanovsky anwesend. Begonnen wurde mit dem A-Lauf Small und Medium, die an diesem Wochenende jeweils den gleichen Parcours liefen. Der Parcours war rund und flüssig ohne großartige Verleitungen. Die Wand wurde zweimal genommen. Der A-Lauf wurde von Ursula Hornung gerichtet.

Unser Lauf war eigentlich gar nicht so schlecht, aber Finn hat gleich beim ersten Mal die Wandzone übersprungen, weil ich ihn auch gar nicht kontrolliert habe. Der Rest des Laufes war eigentlich recht schön, wobei ich gleich zweimal nicht wirklich vom Fleck kam und das obwohl ich doch nagelneue Schuhe habe ;-). So kamen wir mit einem V5 auf den 23.Platz.

Tagsüber wurde es dann auch schön warm und so stand der Rock-Premiere im Jumping nichts mehr im Weg. Wenn wir schon nicht mit Leistung glänzen können ;-)…

Der Jumping war auch ein schöner, flüssiger Parcours. Finn lief auch schön. Nur zog das falsche Tunnelloch das Sheltiekind doch magisch an und so verschwand er dort. Wahrscheinlich wäre der Wechsel direkt vor dem Tunnel doch besser gewesen oder eben das Tier in den Tunnel zu schicken. Hätte, wäre, wenn bringt uns aber bekanntlich nicht weiter und so war es eine Disqualifikation ;-).

Den Rest des Tages haben wir dann mit zusehen, mitfiebern, quatschen, spazieren gehen, Welpen knuddeln (der Welpen-Boom ist gerade schon ein bisschen krass ;-)) und anderen überaus wichtigen Sachen verbracht. Natürlich machen wir Agility-Leute auch nur Agility, weil wir uns den Reitsport einfach nicht leisten können. Es ist wirklich bitter, aber wir müssen den Tatsachen nun mal ins Auge sehen und leugnen ist nun einmal zwecklos ;-).

Zwischendurch habe ich auch mal mit Nicole telefoniert, die sich zuhause wohl ziemlich gelangweilt hat und in der Zeit kamen Stella und Jan-Oliver auf die grandiose Idee Finn zu scheren. Das Langhaarschneidegerät war schon fast besorgt, als Christoph mir Prügel angedroht hat, wenn ich das wirklich zulasse. An einen Sheltie gehört schließlich Fell. Wie wahr, wie wahr. Da ich nicht auf eine Schlägerei aus war und keine Menschen mit meiner unglaublichen Schlagkraft verletzen wollte, haben wir den Finn dann doch nicht geschoren ;-). Das Telefonat dauert dann wohl ein bisschen länger und so durfte auch mal Vanessa mit der Nicole quatschen und es trug zur allgemeinen Erheiterung bei, als jemand ungläubig fragte, ob ich immer noch mit Nicole telefoniere und ich dieses bestätigen konnte ;-).

Vor der Siegerehrung wollte ich mir das Fußball-Spiel des Jahres eigentlich nur als Zuschauerin und Hooligan ansehen, aber irgendwie musste ich dann doch mitspielen und so gab es das Geschlechterduell Männer gegen Frauen. Ich bin ja immer noch der festen Überzeugung, dass wir den Jungs einfach extrem überlegen waren, aber unser Potential noch nicht ganz so optimal ausschöpfen konnten, wie wir uns das vorgestellt haben ;-). Mann kann sich natürlich alles schön reden. Frau macht so etwas natürlich aus Prinzip schon mal nicht und sieht die Realität, so wie sie ist ;-). Wer dann gewonnen hat weiß ich aber auch gar nicht mehr und so ging es irgendwann dann doch zur Siegerehrung, um den erfolgreichen Startern des Tages unseren Respekt zu zollen.

Nach der Siegerehrung bin ich zurück zum Hotel gefahren. Danach ging es wieder zur Halle und Gabi (auch als Navigationsgerät bekannt) führte uns wieder zu McDonalds. Während der Fahrt konnte ich das durch Frankfurt geschädigte Kind Jan-Oliver von der guten deutschen Schlagermusik und PUR überzeugen ;-). Es ist doch immer wieder schön den Schlager unters Volk zu bringen ;-). Gabi war leider etwas spät in ihrer Ansage und so gab es einen Umweg, aber das war natürlich geplant, weil ich die Musik einfach so gut finde ;-). Bei McDonalds trafen wir dann auf einen sehr unterhaltsamen Menschen aus Schwandorf, der uns darüber aufklärte, dass Frankfurt nicht zu Deutschland gehört und irgendwas mit einem Firmensitz in Paderborn. Näheres habe ich entweder vergessen oder es war gezielte Verdrängung. Ich tippe auf letzteres ;-). Außerdem mussten wir feststellen, dass das Service-Personal in der Bestellausführung nicht ganz so schnell war und den Burger wohl auch vergessen hätte, wenn Flo sie nicht noch einmal darauf hingewiesen hätte.

Als wir wieder an der Halle waren, sind Schatzi und ich, nachdem er noch etwas gedisst wurde ;-), noch mal mit dem Finnie-Häschen spazieren gegangen und haben die Zeit für ausgiebiges erörtern von Tatsachen genutzt ;-). Finn hat nun aber wohl beschlossen, dass er Jan-Oliver nur noch ignoriert, was er schon den ganzen Tag über gemacht hat ;-). Ich habe meinen Hund selten eine Person so ignorierend gesehen, aber Jan-Oliver ist ja selber schuld, wenn er Finn nicht ständig sagt, dass er ein süßes Häschen ist ;-).

Nach dem Spaziergang sind Finn und ich auch wieder zurück zum Hotel gefahren, wo ich auch schnell ins Bett gefallen bin und Finn in seine Box ;-).

 

Sonntag, 18.April 2010

Viel zu früh wurde ich vom liebreizenden Kirchengeläut aus dem Schlaf geweckt. Während Finn noch nicht wirklich aufstehen wollte, machte ich mich fertig und der kleine Prinz hielt es erst für nötig aufzustehen, als ich die Sachen schon fertig gepackt hatte und seine Leine in die Hand nahm. So ging es dann erst wieder eine Runde im idyllischen Dörfchen im Sonnenaufgang spazieren, während ich mir wieder bei -1°C alles abgefroren habe, hat Finn auch den einen oder anderen Eiszapfen im Fell hängen. Wie gut, dass wir ihn nicht geschoren haben. Sonst hätte das arme Sheltiekind noch gefroren ;-).

Nach dem Frühstück ging es also wieder zur Halle, wo ich auch gleich freundlich darauf hingewiesen wurde, dass ich Schrittgeschwindigkeit fahren soll, was ich natürlich auch gemacht habe, während andere da doch einen sehr zügigen Streifen gefahren sind ;-).

Begonnen wurde mit dem A-Lauf Large, der mal etwas anspruchsvoller war und uns auf den Small- und Medium-Parcours hoffen ließ ;-). Unser Parcours war dann auch etwas anspruchsvoller, als die Parcours davor =).

Unser Lauf war bis zum Steg auch wirklich schön und vor allem fehlerfrei, aber dann kam wohl das Highlight, in dem Finn und ich auf einmal zu dritt im Parcours waren, weil ein kleiner Border Collie Welpe auf einmal in den Parcours lief. Irritiert, wie ich in dem Moment nun einmal war, habe ich den Lauf sofort abgebrochen und Finn war wohl auch leicht irritiert, weil er den Welpen nicht einmal richtig wahr nahm. Der Richter sagte mir dann auch, dass ich in dem Moment nicht mehr weiter laufen sollte und nach drei Startern noch mal an dran kam und eine zweite Chance bekam. So weit, so gut. Der Welpe wurde wieder eingefangen und ich musste noch mal an den Start. Verwirrt, wie ich nach diesem Ereignis nun mal war, habe ich Finn dann durch den Tunnel geschickt und nicht über die Mauer. Der Richter gab eine Disqualifikation und ging aus dem Parcours raus. Für mich war der Lauf dann erledigt.

Nach diesem Lauf war ich wirklich einfach nur extrem irritiert und fertig. Die Besitzer haben sich bei mir entschuldigt und denen mache ich keinen Vorwurf, aber ich hätte in dem Moment wirklich kotzen können… So etwas muss uns natürlich auf den Qualis passieren.

Später habe ich dann erfahren, dass wohl eine große Diskussion auch unter den beiden Richtern ausgebrochen ist, da der Lauf erst wieder ab dem Steg bewertet werden dürfte, da wir bis dorthin fehlerfrei waren. Doch der Richter gab an, dass er keine Zeit von uns habe und durch den anderen Weg, den ich gelaufen bin, nicht die genaue Zeit bestimmt worden wäre. Ein dritter Lauf stand für den Richter anscheinend nicht mehr zur Diskussion, ob ich nun das Recht darauf gehabt hätte, kann ich nicht einmal sagen, da ich auch nicht sonderlich reglementsfest bin. Es kamen nur noch mehrere Leute auf mich zu, die auch mit dem Richter diskutiert haben, die der Meinung waren, dass ich ein Anrecht darauf gehabt hätte. Die Richterentscheidung fiel nur anders aus.

Nach diesem Desaster musste ich auch erst mal was trinken und eine rauchen ;-). Eigentlich rauche ich ja nicht ;-). Damit war wohl klar wer der Pechvogel des Wochenendes war -.-. Es kamen noch etliche Leute auf mich zu, die mir sagten, wie doof das doch alles gelaufen sei und auch noch einige, die mit dem Richter gesprochen hatten. Natürlich hat mich das schon gefreut, aber in so einer Situation hätte ich auch mal ein bisschen Ruhe gebraucht. Es war einfach besonders ärgerlich, weil der Lauf sonst wahrscheinlich ein V0 gewesen wäre und wir dann noch Punkte bekommen hätten. Ich muss zugeben, dass ich schon gefrustet war und so bekam Finn eine neue pinke Fleece-Leine ;-).

Der Jumping war auch ein schöner Parcours, der schon etwas technischer gestellt war. Paul hat unseren Lauf aber gut auf den Punkt gebracht, indem er sagte, dass ich doch ziemlichen Quatsch gemacht hätte und so war es auch ;-). Also noch eine Disqualifikation an diesem Wochenende. Vielleicht sollten wir doch lieber Schutzdienst machen oder eben die Idee mit der Vatikan-Staat Nationalmannschaft weiter ausbauen. Am Wochenende ging es schon in die konkrete Planung und um das Ganze zu finanzieren wird einfach ein Small-Startplatz versteigert ;-).

Den Rest des Tages haben wir dann wie am Samstag mit vor allem mit zusehen, mitfiebern, quatschen, spazieren gehen und anderen Sachen verbracht. Vielleicht hätten wir uns auch beliebter bei den Reitern gemacht, wenn wir nicht erwähnt hätten, dass jeder reiten kann und Agility eben nur die Elite ;-). Generell sind wir ja schon Assis in Jogginghosen, die auch Pfotenabdrucke und Hundehaare auf den Klamotten nicht stören ;-).

Besonders freut mich aber die Qualifikation von Paul, Stella, Nicole und Larissa, die ich einen Tag in Dortmund auch anfeuern werde =). Auch allen anderen Startern, die sich für Dortmund qualifiziert haben möchte ich gratulieren. Auf gute Nerven in Dortmund.

Nach der Siegerehrung und Verabschiedung ging es auch gleich zurück zum Hotel und da ich erst am Montagmorgen nachhause gefahren bin, fiel ich abends schon früh ins Bett. Am Montag ging es direkt nach dem Frühstück in Richtung Heimat und nach fünf Stunden Fahrt mit zwei Pausen bei 530 km waren wir auch wieder gut zuhause angekommen.

 

Fazit: Agility ist scheiße. Wenn meine Eltern mehr Geld hätten, würde ich den Reitsport ausüben ;-).

Und jetzt mal von vorne: Die Qualis waren toll, auch wenn es bei Finn und mir oft an Kleinigkeiten gelegen hat, wie die Feinabstimmungen. Ich bin stolz auf den Hasen =)!

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